Blog · Externer CFO
Was kostet ein externer CFO? Die Modelle, und wie du Angebote vergleichst
Du suchst den Preis für einen externen CFO und findest Stundensätze, Monatspauschalen und „auf Anfrage“ nebeneinander. Vergleichbar ist davon wenig, weil hinter demselben Titel sehr unterschiedliche Leistungen stehen.
Kurz gesagt
- Der Preis hängt am Modell und am Umfang. Vergleiche Angebote danach, was du pro Monat konkret bekommst; der Satz pro Stunde allein sagt wenig.
- Gegen eine Festanstellung rechnest du mit deinen eigenen Zahlen: Gehalt, Arbeitgeberanteile, Suche, Einarbeitung und das Risiko einer Fehlbesetzung.
- Bei mir steht fest: Das Erstgespräch ist kostenlos, der Quick Check kostet 397 € netto. Den Monatsbeitrag für das Sparring nenne ich im Erstgespräch und halte ihn vor dem Start schriftlich fest.
Warum die Preise so weit auseinanderliegen
„Externer CFO“ ist kein geschützter Titel. Darunter bieten Buchhalter mit Monatsreport ebenso an wie ehemalige Finanzchefs, die für ein halbes Jahr in Vollzeit eine Finanzabteilung führen. Beides hat seinen Preis, aber es ist nicht dieselbe Ware.
Bevor du Preise vergleichst, lohnt deshalb eine ehrliche Antwort auf die Frage, was du eigentlich kaufen willst. Das kann jemand sein, der dir jeden Monat die Zahlen übersetzt und vor großen Entscheidungen mitrechnet. Es kann ein abgegrenztes Projekt sein, etwa ein Liquiditätsplan oder die Unterlagen für das Bankgespräch. Oder du brauchst für eine Übergangszeit jemanden, der das Tagesgeschäft der Finanzen komplett übernimmt.
Die Spannen, die im Netz kursieren, stammen fast immer von Anbietern selbst und lassen sich nicht nachprüfen. Deshalb stehen in diesem Artikel keine Marktpreise. Du bekommst stattdessen die Modelle, die Fragen für den Vergleich und am Ende die Preise, die bei mir fest sind.
Die vier Modelle im Überblick
Fast jedes Angebot lässt sich einem von vier Modellen zuordnen, manchmal kombiniert. Entscheidend ist, welches Risiko bei dir bleibt.
| Modell | Was du kaufst | Passt, wenn | Worauf du achtest |
|---|---|---|---|
| Stundensatz | Zeit nach Aufwand | eine klar abgegrenzte Frage, eine einmalige Analyse | Das Budget ist offen. Jede Rückfrage kostet, also fragst du seltener, als du solltest. |
| Tagessatz | ganze Tage, oft vor Ort | Jahresplanung, Aufbau eines Berichtswesens, Klausur mit dem Führungskreis | Was an dem Tag entstehen soll, muss vorher feststehen. Sonst bezahlst du Anwesenheit. |
| Monatspauschale | festen Umfang zum festen Preis | laufende Begleitung von Zahlen und Entscheidungen | Termine, Erreichbarkeit, Berichte und Ausschlüsse gehören schriftlich ins Angebot. |
| Interim | operative Leitung der Finanzen auf Zeit, oft in Vollzeit | eine Vakanz, eine Krise, der Umbau der Finanzabteilung | Je Monat die teuerste Form. Ende und Übergabe planst du vom ersten Tag an. |
Daneben gibt es Festpreise für einzelne Projekte. Sie funktionieren gut, wenn das Ergebnis vorher beschreibbar ist, und schlecht, wenn erst während der Arbeit klar wird, worum es geht.
Vergleiche nie Stundensatz gegen Monatspauschale. Rechne jedes Angebot auf zwölf Monate hoch und schreib daneben, was du in diesen zwölf Monaten tatsächlich bekommst.
Der Vergleich mit der Festanstellung
Die häufigste Gegenfrage lautet, ob ein eigener Finanzchef nicht günstiger wäre. Das kannst du mit deinen Zahlen selbst ausrechnen, und die Rechnung ist länger, als das Bruttogehalt vermuten lässt.
- das Bruttogehalt laut Gehaltsspiegel für deine Region und Größe, etwa von IHK, Branchenverband oder Vergütungsstudien
- die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung und die übrigen Nebenkosten
- die Suche: Anzeigen, gegebenenfalls Personalberater, und deine eigene Zeit für Gespräche
- die Einarbeitung, bis die Person deine Zahlen, deine Bank und deine Kunden kennt
- das Risiko, dass es nicht passt
Der letzte Punkt wird am häufigsten unterschätzt. Im Buch nenne ich den teuersten Mitarbeiter den, der nach vier Monaten wieder geht: Suche, Einarbeitung, Gehalt und Fehler sind bezahlt, und du fängst von vorn an. Bei einer Position, die Einblick in alle Zahlen hat, wiegt das doppelt.
Dazu kommt eine Frage, die keine Tabelle beantwortet: Ist in einer GmbH mit 2 oder 5 Mio. € Umsatz genug Arbeit für einen Finanzchef in Vollzeit? Was dort meistens fehlt, ist jemand, der die vorhandenen Zahlen liest und vor Entscheidungen mitrechnet. Das Buchen macht weiter der Steuerberater. Sobald du aber mehrere Gesellschaften, einen Bankenkreis oder eine eigene Buchhaltung mit mehreren Leuten führst, kann die Festanstellung die richtige Antwort sein.
Was du tatsächlich bezahlst
Der größte Teil des Werts liegt in besseren Entscheidungen, und das lässt sich schlecht in Stunden messen. Im Buch beschreibe ich einen Inhaber mit zwölf Mitarbeitern, der eine Investition über 480.000 € monatelang durchgerechnet hat und trotzdem nicht entschied. In Bewegung brachte ihn am Ende ein Gespräch mit jemandem, der nichts verkaufen wollte und die Entscheidung nicht vorgab. Neue Zahlen brauchte er dafür nicht.
Diese Rolle füllt im Betrieb selten jemand aus. Der Steuerberater bucht und macht die Steuer, das große Bild deines Unternehmens ist nicht sein Auftrag. Die Bank hat ein eigenes Interesse, und Mitarbeiter widersprechen dem Chef ungern. Wer allein entscheidet, entscheidet mit blinden Flecken, und die sieht niemand von innen.
Daraus folgt ein Prüfpunkt für jedes Angebot. Ein bezahlter Sparringspartner verdient an seinem Honorar, das ist offen und in Ordnung. Er darf aber nicht an deinen Entscheidungen verdienen, also keine Provision von Bank, Versicherer oder Softwareanbieter bekommen. Verschwiegenes Eigeninteresse ist das eigentliche Problem.
Worauf du bei einem Angebot achtest
- Umfang schriftlich: Wie viele Termine, welche Berichte, wie erreichbar zwischen den Terminen.
- Ausschlüsse: Buchhaltung, Steuer- und Rechtsberatung gehören zu anderen Berufen. Ein gutes Angebot sagt das ausdrücklich.
- Eigeninteresse: Provisionen und Erfolgshonorare von Dritten müssen offen auf dem Tisch liegen, am besten gibt es keine.
- Person: Sprichst du mit dem, der das Angebot macht, oder gibt er an ein Team weiter?
- Laufzeit und Ausstieg: Mindestlaufzeit, Kündigung, und woran du nach drei Monaten merkst, ob es wirkt.
Der letzte Punkt ist dein Frühindikator. Nach drei Monaten solltest du eine Entscheidung benennen können, die du mit den Zahlen anders oder schneller getroffen hast als vorher. Kannst du das nicht, stimmt entweder das Modell nicht oder die Person.
Frag außerdem nach einem Muster des Ergebnisses, gern mit fiktiven Zahlen. Wer dir zeigen kann, wie ein Monatsbericht oder eine Auswertung bei ihm aussieht, macht seinen Preis überprüfbar. Wer nur Leistungsversprechen schickt, lässt dich raten, wofür du zahlst.
So ist es bei mir geregelt
Das Erstgespräch dauert 30 Minuten und kostet nichts. Du schilderst deine Lage, ich sage dir, ob das ein Muster, ein Risiko oder ein Rechenfehler ist, und ob ich der Richtige dafür bin.
Der Quick Check kostet 397 € netto zum Festpreis. Wir arbeiten 90 Minuten an einer konkreten Frage für eine Gesellschaft, spätestens 48 Stunden danach hast du die Auswertung schriftlich: die Brücke zwischen BWA und Kontostand, bis zu drei Sofort-Hebel mit Eurobetrag und die Daten, die noch fehlen. Eine Folgepflicht gibt es nicht.
Das CFO-Sparring läuft mit einem festen Monatsbeitrag. Den nenne ich dir im Erstgespräch, weil er vom Umfang abhängt, und halte ihn vor dem Start schriftlich fest. Die Mindestlaufzeit beträgt sechs Monate. Buchhaltung und Steuerberatung sind nicht enthalten, Provisionen oder Erfolgshonorare nehme ich von niemandem. Wie ein Monat im Sparring konkret aussieht, steht auf der Seite Zusammenarbeit.
Für manche Betriebe ist das alles das falsche erste Geld. Unter 500.000 € Umsatz trägt sich laufendes Sparring meist nicht. Hängt die Buchhaltung Monate hinterher, gehört das Geld zuerst dorthin, denn ohne aktuelle Zahlen gibt es nichts zu übersetzen.
Ausführlicher in meinem Buch „Der Inhaber-Geschäftsführer“, Kapitel 28 „Beirat, Sparring, Netzwerk“ und Kapitel 3 „Was dich niemand gelehrt hat“. Zum Buch
Was würde das bei dir kosten?
In 30 Minuten klären wir, ob dein Thema ein Fall für den Quick Check, für laufendes Sparring oder für keins von beidem ist, und du erfährst den Preis, der für dich gilt.