Fiktives Musterbeispiel · keine echten Kundendaten
Quick Check · Ergebnisbericht

Gewinn gemacht.
Kontostand um 155 T€ gefallen.

In diesem Muster erklärt die BWA allein nicht, warum das Konto fällt. Die Abschnitte 01 und 02 zeigen den enthaltenen Quick Check. Vorschau und 13-Wochen-Plan zeigen eine mögliche Vertiefung, die nicht im Festpreis enthalten ist.

BWA-Ergebnis+128 T€Januar bis Mai
Kontoveränderung−155 T€212 T€ auf 57 T€
offene Forderungen318 T€davon 86 T€ überfällig
Tiefpunkt ohne Maßnahmen−42 T€voraussichtlich Woche 7
01 · BWA-Konto-Brücke

Wo die 155 T€ geblieben sind.

Das Ergebnis wurde verdient. Das Geld steckt aber in Forderungen, Lager und Investitionen oder ist durch Tilgung abgeflossen.

Kontostand 1. Januar212 T€
Kontostand 31. Mai57 T€
BWA-ErgebnisGewinn Januar bis Mai
+128 T€
AbschreibungenAufwand ohne Zahlung
+18 T€
ForderungsaufbauMehr Geld steht bei Kunden
−96 T€
VorratsaufbauMehr Geld liegt im Lager
−74 T€
Lieferanten bezahltVerbindlichkeiten abgebaut
−38 T€
InvestitionenMaschine und Betriebsausstattung
−52 T€
TilgungDarlehen planmäßig reduziert
−31 T€
Ertragsteuer VorjahrZahlung aus dem Vorjahr
−10 T€
Veränderung Finanzmittel−155 T€
02 · Prioritäten

Vier Maßnahmen. Jede mit Termin und Geldwirkung.

Die geschätzte Wirkung beträgt 96 T€. Der Bankpuffer kommt zusätzlich dazu, wird aber nicht als Verbesserung gerechnet.

01
sofort

Überfällige Forderungen einziehen

86 T€ sind länger als 30 Tage offen. Die zehn größten Posten entscheiden über den Tiefpunkt in Woche 7.

Verantwortlich
Inhaber + Buchhaltung
Fällig
Start morgen
Wirkung
+46 T€ geplant
02
7 Tage

Einkauf für C-Artikel bremsen

Der Bestand ist seit Jahresbeginn um 74 T€ gestiegen. Nachbestellungen ohne bestätigten Bedarf werden vier Wochen gestoppt.

Verantwortlich
Einkauf
Fällig
bis Freitag
Wirkung
+28 T€ geplant
03
14 Tage

Zahlungen nach Fälligkeit steuern

Lieferanten wurden früher bezahlt als nötig. Skonto bleibt, alle anderen Zahlungen laufen zum vereinbarten Termin.

Verantwortlich
Buchhaltung
Fällig
ab nächstem Zahllauf
Wirkung
+22 T€ geplant
04
absichern

Kreditlinie als Puffer bestätigen

Die Linie ist noch frei, aber nicht schriftlich über den Planungshorizont bestätigt. Das Bankgespräch findet vor dem Engpass statt.

Verantwortlich
Inhaber
Fällig
in Woche 2
Wirkung
150 T€ Puffer
03 · Mögliche Vertiefung · nicht enthalten

So könnte die 13-Wochen-Vorschau anschließen.

Diese vertiefte Vorschau gehört nicht zum Festpreis des Quick Checks. Sie zeigt beispielhaft, welche Zahlungen nach heutigem Stand erwartet werden und wann die vereinbarten Maßnahmen wirken.

13-Wochen-LiquiditätsvorschauOhne Maßnahmen fällt die Liquidität in Woche sieben auf minus 42 Tausend Euro. Mit Maßnahmen bleibt sie positiv und steigt bis Woche dreizehn auf 94 Tausend Euro. Von 96 Tausend Euro geplanter Wirkung fließen bis dahin 6 Tausend Euro durch wieder aufgenommene Bestellungen ab.100 T€50 T€0 T€-50 T€W1W4W8W13
ohne Maßnahmen−42 T€

Kreditlinie wird in Woche 6 benötigt.

mit Maßnahmen+54 T€

Niedrigster Bestand bleibt oberhalb der festgelegten Grenze.

Woche 13+94 T€

Wenn Zahlungseingänge und Einkaufsstopp wie geplant eintreten.

Von den geplanten 96 T€ wirken in Woche 13 noch 90 T€. Im Muster fließen 6 T€ wieder ab, weil pausierte C-Artikel nachbestellt werden.

04 · Möglicher Folgeauftrag

Wenn eine vollständige Liquiditätsplanung nötig ist.

Dieser Plan ist nicht im Quick Check enthalten. Er zeigt, wie aus dem Befund ein eigener Umsetzungsauftrag mit sichtbaren Prüfzielen werden kann.

  1. 01
    Tag 1 bis 7

    Zahlungsfähigkeit sichern

    • Top-10-Forderungen mit Datum und Zusage klären
    • 13-Wochen-Plan jeden Montag aktualisieren
    • Bestellungen über 5 T€ nur nach Liquiditätsprüfung freigeben

    Prüfziel: Kein Blindflug mehr. Der erwartete Tiefpunkt ist sichtbar.

  2. 02
    Woche 2 bis 4

    96 T€ aus dem Tagesgeschäft holen

    • 46 T€ aus überfälligen Forderungen vereinnahmen
    • 28 T€ Einkaufsabfluss vermeiden
    • 22 T€ Zahlungen auf vereinbarte Fälligkeit legen

    Prüfziel: Der rechnerische Tiefpunkt steigt von −42 T€ auf +54 T€.

  3. 03
    Woche 5 bis 8

    Ursachen statt Einzelfälle bearbeiten

    • Forderungslaufzeit von 52 auf höchstens 45 Tage senken
    • Bestandsliste nach Alter und Reichweite führen

    Prüfziel: Forderungen und Lager wachsen nicht erneut unbemerkt.

  4. 04
    Woche 9 bis 13

    Neuen Rhythmus festmachen

    • Montags die Liquidität aktualisieren
    • Mittwochs die offenen Posten prüfen
    • Monatlich die BWA-Konto-Brücke rechnen
    • Investitionen erst nach Blick auf den Free Cashflow freigeben

    Prüfziel: Der Kontostand wird vorausgeplant, nicht am Monatsende erklärt.

Grenzen des Musters

Was noch nicht belastbar wäre.

Diese Seite zeigt zwei Stufen: den enthaltenen Quick Check in den Abschnitten 01 und 02 sowie eine mögliche Vertiefung in den Abschnitten 03 und 04. Ein echter Quick Check erfindet keine Zahl. Fehlende Daten stehen sichtbar im Bericht.

  • offenSteuer- und Sozialabgaben mit exakten Fälligkeiten
  • offenBestandsalter je Artikelgruppe
  • prüfenZahlungszusagen der zehn größten Debitoren
  • prüfenLaufzeit der vorhandenen Kreditlinie

Methodische Grundlage: Cashflow-Brücke und Trennung von operativem, Investitions- und Finanzierungs-Cashflow nach Reinhard Bleiber, Cashflow optimieren, Haufe 2018, Kapitel 3 und 4. Working-Capital-Logik nach Reinhard Bleiber, Working Capital Management, Haufe 2015, Kapitel 2 bis 4.

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